«Bild»-Zeitung: Ermittlungen gegen sechs Konten bei Vatikanbank
(Donnerstag) ermittelt derzeit die vatikanische Finanzaufsicht bei sechs IOR-Konten wegen des Verdachts der Geldwäsche.
Unter Berufung auf nicht näher genannte «Kreise des vatikanischen Staatssekretariats» schreibt das Blatt, von den rund 25.000 Konten des Instituts würden rund 1.000 als «höchst problematisch» eingeschätzt. Worin diese Problematik besteht, präzisiert die Zeitung nicht.
Kunden der Vatikanbank sind in der Regel Ordensgemeinschaften oder andere kirchliche Vereinigungen sowie Vatikanangestellte. Sie nutzen das Institut unter anderem, um internationale Geldtransfers gebührenfrei und ohne staatliche Aufsicht anderer Länder abzuwickeln.
Wegen der früher mangelhaften Kontrollen gelang es in zurückliegenden Jahrzehnten auch Geschäftsleuten, über religiöse Strohmänner die Möglichkeiten der Vatikanbank zu nutzen. Dies führte wiederholt zu Skandalen. Benedikt XVI. verschärfte die Kontrollen erheblich und setzte im vergangenen Jahr den Schweizer Geldwäsche-Experten Rene Brülhart für die Finanzaufsicht ein.
Aufsichtsratschef der Vatikanbank ist seit dem 15. Februar der Deutsche Ernst von Freyberg. Sein Stellvertreter ist der Deutsch-Brasilianer Ronaldo Hermann Schmitz.